Hi, ich bin Ariane Saltoris und Nerds wie ich haben es schwer, ihren Platz zu finden.
Das Leben ist für niemanden leicht, soviel steht fest, doch für uns: die Renegades, die Geeks, die Extravaganten, die Vampir-Fans, die Queeren, die Gothic Kings und Queens, alle die sich mit einer anderen Strömung bewegen als die von der Gesellschaft, haben es noch schwerer.
In meiner Literatur geht es um tiefmenschliche Themen und Emotionen, doch in Realitäten gepackt, die mir besser gefallen als unsere. Ich schreibe über düstere Folklore: irische Feen, Dämonen, Hexen, Geister und Monster. So illustriere und kritisiere ich unsere Gesellschaft, unsere Gewalt, unser Verhalten, unsere Wut, Freuden, wie jeder andere Literat auch — aber obwohl ich mich mit tiefgründigen Themen befasse und nicht bloß oberflächliche Fantasy schreibe, wird mein Werk nicht als Literatur wahrgenommen; schon gar nicht in Deutschland. Es ist außerhalb der Norm, und es zählt nicht.
Doch es gibt so viele Menschen, die nicht der Norm entsprechen und dadurch übersehen werden. Die sich zu Lebzeiten — so wie ich — gerne mit anderen Welten beschäftigt haben, sei es LARPing, Brettspielen, Fantasy, Krimis, Gothic, Cosmic Horror und die Liste geht ewig so weiter. Diese Menschen werden nicht immer gewürdigt, wie sie es gerne gehabt hätten, denn glaube man's oder nicht, wir sind gerne Weirdos.
Dieses Angebot ist, um sie zu ehren und ihre Biographien so zu schreiben, wie sie es gerne gehabt hätten: mit einem Raben auf der Schulter, als Inspektor, als Fee und alles dazwischen. Weil Authentizität relevant ist, heute mehr als je.
Ariane Saltoris und eines ihrer Werke auf dem Friedhof in Berlin.
Buch: A História Esquecida da Hospedaria na Estrada, Originaltitel (Coerencia Verlag, Brasilien)